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Kommunale Digitalisierung als Reallabor: Hanau testet die SuperApp™ im ehemaligen Kaufhof

Rathaus in Freren

Ahaus, 07. September 2026 – Was tut eine Stadt mit einem leerstehenden Kaufhof? Hanau hat die Frage anders gestellt: Was lässt sich dort erproben, bevor die gesamte Stadt digitalisiert wird? Die Hanau Marketing GmbH setzt bei der Digitalisierung auf einen ungewöhnlichen Ansatz – statt eine fertige Lösung für 100.000 Einwohner einzukaufen, testet das Team konkrete Anwendungsfälle zunächst im kleinen Maßstab. Schauplatz: der Stadthof Hanau, das ehemalige Kaufhof-Gebäude im Stadtzentrum. Technologische Basis ist die SuperApp™ von Tobit.Software, die Ticketing, digitales Bezahlen und KI-gestützte Bürgerinformation unter einem Dach bündelt.

Bewusst gewartet, gezielt gehandelt

Hanau kennt das Risiko digitaler Schnellschüsse aus eigener Erfahrung: Eine kommunale App wurde eingekauft, der Anbieter ging insolvent – und mit ihm sämtliche Zugangsdaten. Das war vor mehr als zehn Jahren. Seitdem wartete die HMG bewusst.

„Wir haben in den letzten Jahren ausdrücklich auch vieles nicht mitgemacht – auch wenn dann gerade im Zusammenhang mit Corona viele Dinge aus dem Boden geschossen sind. Lokale Marktplätze und so einen ganzen Kram – das haben wir alles sehr bewusst abgelehnt", sagt Daniel Freimuth, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH.

Den Ausschlag für einen Kurswechsel gab 2025 Isabelle Hemsley, die neue Dezernentin für Digitalisierung, die das Thema zur Chefsache erklärte. Eine Exkursion nach Ahaus überzeugte das gesamte Team. „Wir waren alle maximal begeistert."

Der Stadthof als Testfeld

Mit rund 12.000 m² Fläche, 20 Shops und täglich rund 1.200 Besuchern bietet der Stadthof die ideale Umgebung für einen kontrollierten Pilotbetrieb. Eine neu geschaffene Marktterrasse wurde von Beginn an volldigital betrieben – Bestellung und Bezahlung ausschließlich ohne klassische Kasse. Technologische Grundlage ist die chayns-Logik mit zentraler ID: eine einzige Anmeldung für alle integrierten Dienste.

Als die Hanau Retro Arcade (HURA) als weiteres Zwischennutzungskonzept im Stadthof eröffnete, kam die integrierte Ticketfunktion der SuperApp™ zum Einsatz – ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand. Heute laufen drei Ticketkategorien über das System: HURA, Baggerbude und Stadtführungen. Bürger ohne Smartphone können Tickets bei Bedarf direkt an der Information erhalten und ausgedruckt mitnehmen.

Den größten unerwarteten Mehrwert brachte der KI-Agent auf hanau.de. Entstanden aus den ersten Betriebserfahrungen im Stadthof, beantwortet er heute rund 2.000 Anfragen pro Monat – von Öffnungszeiten bis zu konkreten Verwaltungsanliegen.

„Das ist jetzt natürlich wesentlich eleganter geworden – übrigens auch für uns intern. Wenn wir in der Verwaltung den richtigen Ansprechpartner suchen, nutzen wir das inzwischen auch wesentlich lieber", sagt Freimuth.

Direkte Zusammenarbeit statt Agenturschleifen

Die ersten Anlaufprobleme lagen weniger in der Technik als in der Kommunikation: Solange eine externe Agentur zwischen Hanau und Tobit.Software eingebunden war, wurden Anforderungen unnötig kompliziert. Erst als eine interne Person die direkte Abstimmung übernahm, änderte sich die Dynamik. Freimuths Anforderung an digitale Werkzeuge ist dabei schlicht: „Wenn ich einen Golf bestelle, will ich auch einen Golf haben – keinen Ferrari, dem man erst erklären muss, dass er eigentlich ein Golf ist."

Vom Pilotprojekt zur Entscheidungsgrundlage

Der Erfolg des Projekts bemisst sich nicht an Downloadzahlen. Ziel war es, unter realen Bedingungen herauszufinden, welche digitalen Lösungen tatsächlich funktionieren – und was sie an Verwaltung, Technik und Bürger stellen. Kollegen, die anfangs skeptisch waren, fragen heute von sich aus, ob weitere Angebote über die Plattform abgewickelt werden können.

„Was immer ein sehr gutes Zeichen ist: Ich kriege keinerlei kritische Meldungen von Bürgern, die mir die klassische Beschwerde-Mail schreiben", so Freimuth. Sein Fazit: „Tobit ist für uns das digitale Fundament. Wer sich mit Digitalisierung beschäftigt, muss nach Ahaus fahren."

Weitere Einblicke in die Entwicklung der SuperApp, die einzelnen Anwendungen und die Erfahrungen aus der Praxis bietet die vollständige Case Study. Hier weiterlesen.

Kontakt und weitere Infos

Pressekontakt
Antonia Groten
Tobit.Software
Telefon: 02561 913445
eMail: public.relations@tobit.com