
Gestern Abend kamen rund 200 Menschen in Ahaus zusammen, um zu erleben, wie eine Antwort auf dieses Problem aussehen kann.
Wer abends kein Auto hat und auf dem Land lebt, kennt das Gefühl: Busse fahren selten, Taxis sind rar – und das Fahrrad bleibt bei Regen die schlechteste aller Optionen. Mobilität auf dem Land ist keine Komfortfrage. Sie ist eine Frage der Teilhabe.
Niko Schaten, Geschäftsführer bei Tobit.Software, stellte YouTaxi vor: ein soziales Mobilitätsnetzwerk, das auf Crowd-Diensten und KI-Integration basiert und nahezu Administrationsfrei läuft. Das Prinzip: Viele Fahrer teilen sich wenige Fahrzeuge – und das funktioniert.
„Daseinvorsorge heißt auch da sein!" brachte Schaten es auf den Punkt. Bezahlbare Mobilität müsse dort sein, wo der Bedarf ist. Dafür brauche es genug verfügbare Fahrzeuge, damit Teilen zur echten Alternative wird, nicht zum Kompromiss.
Die Bilanz nach drei Monaten: 1.500 Fahrer registriert, 22 Elektrofahrzeuge im Einsatz, 35.000 gefahrene Kilometer. Aufgaben wie Laden oder Umparken übernehmen die Fahrer eigenständig, das Netzwerk organisiert sich weitgehend selbst.
„Jetzt ist es an der Zeit, die Flotte zu vergrößern und auch Unternehmen und Kommunen mit einzubinden", sagte Schaten. Die Möglichkeiten dazu wurden am 1. Juli vorgestellt: Eigene Fahrzeuge mit eigenem Branding lassen sich unkompliziert einbinden, zusätzliche Mobilität für die Region entsteht, gleichzeitig Sichtbarkeit für Unternehmen als rollende Werbeplakate im Stadtgebiet.
In der Diskussionsrunde standen gleich drei Interessenten auf der Bühne: Gerd Althoff (Autovermietung Althoff), Benedikt Homölle (Ahaus Marketing & Touristik) und Lena Brockherde (Cut! Energy Stadtlohn). Sie alle sehen nicht nur die Chance auf Markensichtbarkeit – sondern die Möglichkeit, bei einer neuen Plattform von Anfang an dabei zu sein. Für Homölle hat das Konzept auch eine stadtpolitische Dimension: Wo, wenn nicht in der Digitalstadt Ahaus, sollte eine solche Plattform entwickelt und getestet werden?
YouTaxi ist kein klassischer Fahrdienst. Es ist ein Versuch, Mobilität neu zu denken – dezentral, gemeinschaftlich, elektrisch. Dass Ahaus dabei als Testfeld dient, ist kein Zufall.
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Pressekontakt
Dieter van Acken
Tobit.Software
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